Insekten der Großstadt Köln – Handlungsempfehlungen

Aufgrund der enormen Vielfalt der Insekten (in Deutschland mehr als 34.000 Arten mit jeweils unterschiedlichen Lebensraumansprüchen), der Vielfalt der Rückgangsursachen (die sich gegenseitig verstärken) und dem in unserer Kulturlandschaft extremen Missverhältnis zwischen genutzten Flächen (überbaute und forst- und landwirtschaftlich genutzte Flächen) und natürlichen Flächen (die der Natur uneingeschränkt für natürliche Prozesse zur Verfügung stehen), gibt es keine einfachen Lösungen. Um das Insektensterben nicht nur zu stoppen, sondern auch wieder rückgängig zu machen, sind sehr weitreichende Maßnahmen erforderlich.

Die vorliegenden Handlungsempfehlungen umfassen insgesamt 30 Maßnahmen. Sie zielen darauf ab, in allen Bereichen (Siedlungsbereich, Agrarlandschaft, Wald und Naturschutzgebiete) die Lebensraumqualität bestehender Biotope und Habitate zu verbessern, den Flächenanteil besonders wichtiger Biotoptypen zu erhöhen und den Biotopverbund zu stärken. Die vordringlichsten Handlungsfelder sind:

Negative Einflüsse ausschließen – Pestizide, Eutrophierung, Lichtverschmutzung, Klimawandel, Verkehr. Der Einsatz von Pestiziden und Düngern muss reduziert werden und es müssen Pufferzonen gegenüber Insektenlebensräumen eingerichtet werden. Die Lichtverschmutzung inklusive der städtischen Lichtglocke muss deutlich reduziert werden. Der Verkehr muss verringert und im Bereich von wichtigen Insektenlebensräumen ausgeschlossen oder verlangsamt werden. Die Folgen des Klimawandels können nur noch durch die Durchführung aller Maßnahmen gemildert werden.

Erhöhung des Flächenanteils spezifischer Insektenbiotope und -habitate. Diese sind entweder überhaupt nicht mehr vorhanden oder in nur so geringem Umfang, dass sich keine überlebensfähigen Populationen etablieren können. Dies betrifft vor allem Offenlandbiotope im Bereich der Rheinaue und der Bergischen Heideterrasse.

Umwandlung Wald in Urwald. Die forstwirtschaftliche Nutzung der noch vorhandenen Waldflächen muss beendet werden, die Umwandlung in Urwald durch technische Eingriffe beschleunigt werden.

Insektengerechte Pflege im Offenland. Zur Vermeidung ökologischer Fallen muss die Pflege von Grünlandflächen und Saumbiotopen insektengerechter erfolgen. In größeren Biotopkomplexen muss auf eine Pflege durch naturnahe Ganzjahresbeweidung umgestellt werden.

Agrarlandschaft. Hier gibt es insgesamt einen großen Mangel an Insektenlebensräumen, es muss eine weitreichende Flurbereicherung durchgeführt werden.

Handlungsempfehlungen (pdf 76 Seiten, 12MB)