Untersuchungen zur Insektenvielfalt der Großstadt Köln – Bestandsentwicklungen, Bestäuber, Nützlinge, Handlungsempfehlungen

Auftraggeber: Stadt Köln.

Laufzeit: 2019 bis 2022.

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Förderung der Biodiversität im Gemüseanbau mittels mehrjähriger Blühflächen – Untersuchung der Insektenvielfalt und des Nützlingspotenzials.

Der Rückgang der Insekten in der Agrarlandschaft hat besorgniserregende Ausmaße angenommen. Blühflächen stellen eine anbauverträgliche Möglichkeit dar, einen temporären neuen Lebensraum zu schaffen, der nicht nur Blütenbesuchern ihre dringend benötigte Nahrung bereitstellt, sondern auch allgemein die Nahrungskette und letztlich die gesamte lokale Fauna fördert. Insgesamt wurden deshalb im Frühjahr 2017 7,17 Hektar mehrjährige Blühflächen angelegt, verteilt auf 21 Flächen mit Größen zwischen 200 und 8700 Quadratmetern. Begleitet wurde das Projekt durch ein umfangreiches Monitoring der Insektenfauna auf sieben ausgewählten mehrjährigen Blühflächen und zwei naturnahen Biotopkomplexen. Im Detail untersucht wurden 45 Insektenfamilien aus vier Insektenordnungen, ergänzend wurde eine quantitative Erfassung flugaktiver Insekten durchgeführt.

Auftraggeber: Absatzzentrale Kempen.

Laufzeit: 2017 bis 2019.

Untersuchte Tiergruppen: Wildbienen (Apidae), aculeate Wespen (Crabronidae, Sphecidae, Ampulicidae, Pompilidae, Vespidae, Tiphiidae, Sapygidae, Mutillidae, Chrysididae), Schmalbauchwespen (Gasteruptiidae), Echte Schlupfwespen (Ichneumonidae), Brackwespen (Braconidae), Erzwespen (Aphelinidae, Azotidae, Chalcididae, Encyrtidae, Eucharitidae, Eulophidae, Eupelmidae, Eurytomidae, Leucospidae, Mymaridae, Mymarommatidae, Ormyridae, Perilampidae, Pteromalidae, Signiphoridae, Tanaostigmatidae, Tetracampidae, Torymidae, Trichogrammatidae), Tagfalter (Papilionidae, Pieridae, Lycaenidae, Nymphalidae, Riodinidae, Hesperidae), Schwebfliegen (Syrphidae), Raupenfliegen (Tachinidae), Bohrfliegen (Tephritidae), Hummelschweber (Bombyliidae), Dickkopffliegen (Conopidae), Bienen-Fächerflügler (Stylopidae), Wespen-Fächerflügler (Xenidae).

Ergebnisse: Abschlussbericht 2020 (11 MB).

Förderung von Wildbienen und aculeaten Wespen im Obstbau mittels Nisthilfen

Blühflächen alleine reichen nicht aus, um Bestäuber nachhaltig zu fördern – sie benötigen auch ihre spezifischen Nistsubstrate. An verschiedenen Standorten im Obstbaugebiet bei Dohna (Sachsen) wurden Nisthilfen installiert: Erdhügel und Steilwände für im Boden nistende Arten, Sandflächen für Sandspezialisten und Insektenhotels unterschiedlicher Bauweise für oberirdisch nistende Arten und die als Obstbaumbestäuber besonders wichtigen Mauerbienen. Begleitet wird das Projekt durch ein Monitoring der Wildbienen und Wespen und ihrer spezifischen Gegenspieler.

Auftraggeber: VEOS Vertriebsgesellschaft für Obst mbH, Bayer CropScience Deutschland GmbH.

Laufzeit: 2017 bis 2019.

Untersuchte Tiergruppen: Wildbienen, Echte Grabwespen, Langstiel-Grabwespen, Schaben-Grabwespen, Wegwespen, Faltenwespen, Rollwespen, Keulenwespen, Spinnenameisen, Goldwespen, Dolchwespen, Schmalbauchwespen, Falten-Erzwespen (Hymenoptera: Apidae, Crabronidae, Sphecidae, Ampulicidae, Pompilidae, Vespidae, Tiphiidae, Sapygidae, Mutillidae, Chrysididae, Scoliidae, Gasteruptiidae, Leucospidae), Wollschweber, Dickkopffliegen (Diptera: Bombyliidae, Conopidae), Bienen-Fächerflügler, Wespen-Fächerflügler (Strepsiptera: Stylopidae, Xenidae).

Ergebnisse: Abschlussbericht 2020 (8 MB).

Förderung der Biodiversität mittels Blühstreifen im Apfelanbau

Im Rahmen eines Bayer CropScience Food Chain Projektes wurden die Auswirkungen mehrjähriger Blühstreifen auf die Biodiversität einer Apfelanlage in der Nähe von Pirna (Sachsen) untersucht. Die Insektenfauna erwies sich als ausgesprochen artenreich. Insbesondere am Beispiel der quantitativ erfassten Hummeln und ihrer Parasiten konnte klar gezeigt werden, dass sich die Blühstreifen positiv auswirken: Arten- und Individuenzahlen nehmen mit der Zeit wieder zu und es treten parasitische Arten auf, für die vorher keine ausreichend großen Wirtspopulationen zur Verfügung standen. Durch die Anlage der Blühstreifen konnte die Biodiversität in der Apfelanlage insgesamt deutlich gesteigert werden.

Auftraggeber: Bayer CropScience Deutschland GmbH.

Laufzeit: 2012 bis 2016.

Untersuchte Tiergruppen: Wildbienen, Aculeate Wespen, Tagfalter, Schwebfliegen, Raupenfliegen, Bohrfliegen (Hymenoptera: Apidae, Crabronidae, Pompilidae, Vespidae, Tiphiidae, Mutillidae, Chrysididae; Lepidoptera: Papilionidae, Pieridae, Lycaenidae, Nymphalidae, Riodinidae, Hesperiidae; Diptera: Syrphidae, Tachinidae, Tephritidae).

ErgebnisseAbschlussbericht 2016 (7 MB).

Erfassung der Hautflügler im Nationalpark Eifel

Ziel des Projektes ist die möglichst vollständige Erfassung der Hautflügler des Nationalparks als Grundlagenerhebung zur Fauna des Parks. Neben der Untersuchung zahlreicher Teilbereiche des Parks mittels Sichtfang wurden in den Jahren 2009 bis 2012 insgesamt acht Malaise-Fallen eingesetzt und im Jahr 2012 fünf Lufteklektoren, die je nach Waldtyp in Höhen zwischen 3 und 16 Metern aufgehängt wurden. Die Auswertung des sehr umfangreichen Fallen-Materials dauert noch an.

Auftraggeber: Nationalparkforstamt Eifel.
Laufzeit: 2009 bis 2012.
Untersuchte Tiergruppen: Hautflügler (Insecta: Hymenoptera).
Kooperationspartner: Fachkollegen, staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart.
Zwischenergebnisse: finden sich in der Digitalen Artenliste des Nationalparks.
Abschlussbericht: in Vorbereitung.

Erfassung der Fliegen im Nationalpark Eifel

Ziel des Projektes ist die möglichst vollständige Erfassung der Fliegen des Nationalparks als Grundlagenerhebung zur Fauna des Parks. Neben der Untersuchung zahlreicher Teilbereiche des Parks mittels Sichtfang wird auch das umfangreiche Fallenmaterial (Malaise-Fallen und Lufteklektoren) aus der vorangegangenen Untersuchung der Hautflügler (s.o) ausgewertet.

Auftraggeber: Nationalparkforstamt Eifel.
Laufzeit: seit 2014.
Untersuchte Tiergruppen: Fliegen (Insecta: Diptera: Brachycera).
Kooperationspartner: Fachkollegen.
Zwischenergebnisse: finden sich in der Digitalen Artenliste des Nationalparks.

Wildbienen und Wespen Nordrhein-Westfalens

Die Erforschung der Wildbienen- und Wespenfauna Nordrhein-Westfalens begann Mitte des 19. Jahrhunderts. 1999 erschien erstmals eine Rote Liste für den Landesteil Westfalen, 2004 erschien der Band „Stechimmen in Nordrhein-Westfalen – Ökologie, Gefährdung, Schutz“. Seit 2009 ist erstmals eine Rote Liste für ganz Nordrhein-Westfalen verfügbar, die in Zukunft fortgeschrieben werden soll. Seit 2005 kümmert sich der rein ehrenamtliche „Arbeitskreis Wildbienen und Wespen Nordrhein-Westfalens“ um die Sammlung und Aufbereitung der Daten.

Rote Liste: ESSER, J., M. FUHRMANN & C. VENNE (2010): Rote Liste und Gesamtartenliste der Wildbienen und Wespen (Hymenoptera: Apidae, Crabronidae, Sphecidae, Ampulicidae, Pompilidae, Vespidae, Tiphiidae, Sapygidae, Mutillidae, Chrysididae) Nordrhein-Westfalens. 1. Fassung, Stand November 2009. Ampulex 2: 5-60. Komplett als pdf (5 MB) oder in Tabellenform auf der Seite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.

Verbreitungskarten: Projekt Hymenoptera Deutschland.